Am frühen Samstagmorgen traf sich der TVU, voller Vorfreude auf die alljährliche Bergturnfahrt, beim Bahnhof in Utzenstorf. Die Elite, welche schon im richtigen Zug einfuhr, hatte die Plätze für den Rest der Meute bereits reserviert. So fuhren 13 wackere Turner und eine Turnerin, welche die obligate Frauenquote darstellte und als einzige mutig genug war sich dieser enormen Herausforderung anzunehmen, in Richtung Solothurn. Dank der guten Unterhaltung, wie sie im TVU stets geboten wird, ging die Zugfahrt rasend schnell vorbei. Selbst die Masken, welche getragen werden mussten, konnten die Freude auf das kommende Wochenende nicht bremsen.

Schliesslich erreichte die muntere Truppe also Champ-du-Moulin, den Ausgangspunkt für die Wanderung am Samstag.

Der Areuse entlang marschierten wir durch eine eindrückliche Schlucht und immer schlechterem Wetter entgegen. In Noiraigue entschieden sich die beiden Organisatoren und routinierten Wandervögel schliesslich für eine kurze Pause, da der Regen stärker wurde und sie einen Aufstieg bei diesem Wetter nicht verantworten konnten. Glück im Unglück: Im kleinen Bahnhof des Ortes gab es nicht viel, doch ein Saftverkaufendes Lädeli gab es. Wir stärkten uns und warteten heute tatsächlich einmal auf besseres Wetter. So kam es auch, der Niederschlag liess nach und wir wagten uns an den steilen Aufstieg hinauf zum Creux du Van. Aus einem Feldweg wurde ein stark ansteigender Trampelpfad und aus motivierten TurnerInnen schwitzende Leidensgenossen. Kurve für Kurve kämpften sich die Gipfelstürmer nach oben, doch der Weg schien kein Ende zu nehmen. Aus Frustration wurde beanstandet, dass doch gewiss mal eine Beiz auftauchen müsste, geht es doch dermassen steil den Hoger hinauf. Doch alles klagen nützte nichts, jeder Höhenmeter musste mühsam hinter sich gebracht werden.

Doch plötzlich hinter einer Kurve war er da. Der Gipfel. Die Erlösung. Das Paradies. Nun ja, das ist vielleicht etwas übertrieben, doch alle waren sichtlich froh, dass nun der anstrengendste Teil geschafft war. Belohnt wurden wir mit einer beeindruckenden Aussicht über die abfallenden Steinklippen des Neuenburger Juras und, wer hätte das gedacht, mit einer Beiz. Nach neuerlicher Stärkung, inklusive Fleischplatte, begaben wir uns auf den zweiten Abschnitt unserer Wanderung, welcher nun deutlich weniger anstrengend war. Die Route führte über Wiesen und durch Wälder, welche uns durch ihre Schönheit wahrlich verzauberten. So sehr, dass der eine oder andere sogar etwas anfing zu schwankenMit müden Beinen aber frohem Gemüt trafen wir am späten Nachmittag im Restaurant les Rochats, unserem Nachtlager, ein. Auf der einladenden Terrasse genossen wir die letzten Sonnenstrahlen bei einem erfrischendem Hopfentee, bis es schliesslich Zeit wurde, sich in die Gaststube zu begeben. Beim reichhaltigen Abendessen und in der anschliessenden gemütlichen Runde wurden rege Diskussionen geführt, wie etwa, auf welcher Seite der Bahn es denn nun wirklich besser ist, oder aber, wer tatsächlich die schönste Utzenstörferin sei. In einem Punkt war man sich aber einig: Schuld sind ganz sicher die Bauern. Als die Nacht hereinbrach, wurde auch Kaffee serviert, welcher scheinbar etwas vom Speziellsten sein sollte, was unsere Geschmacksnerven jemals gespürt haben. Nach langem Degustieren und Überlegen kamen wir aber dann doch zum Schluss, dass ein Kaffee Fertig ziemlich ähnlich ist. Nicht zu vergessen ist auch das Geburtstagskind, welches an diesem Tag die sehnlich erwarteten 23 Jahre erreichte. Trotz des doch bereits recht stolzen Alters freute er sich wie ein Kind über die kleine Torte und wir uns mit ihm.

Einer erholsamen Nacht folgte ein wunderschöner Tag. Das Wetter am Sonntag hätte besser nicht sein können. Das kräftigende Frühstück machte uns startklar für die nächste Wanderung, welche laut Organisatoren-Duo ein Katzensprung werden sollte. Trotz dieser gewagten Äusserung, hat doch noch immer jemand etwas auszusetzen gehabt, fanden wir uns einige Kilometer später in einem wahren Zickzack-Marsch wieder. Manchen kam sogar der Gedanke, es könnte sich um einen Umweg handeln. Doch dank des klaren Führungsstils, welchen unsere Guides stets an den Tag legten, waren jegliche Zweifel schnell verflogen. Zugegeben, eine Kneipe, die im nächsten Dorf ausfindig gemacht wurde, half auch etwas mit. Nichtsdestotrotz nahmen wir nach der kurzen Pause die letzten Kilometer des Tages in Angriff. Zwei Turner schlugen an diesem Punkt einen anderen Weg ein als der Rest. Ob dies eine rebellischer Akt, eine plötzliche Abenteuerlust oder einfach nur die Suche nach etwas Zweisamkeit war, bleibt bis heute offen. Eines muss man den Beiden aber zugestehen: Sie waren schneller.

Und so wurde die Wandergruppe am Bahnhof von St. Aubin wiedervereint, wo wir mit grossem Schrecken feststellen mussten, dass der nächste Zug erst in einer Stunde fahren würde. Also begab sich die wieder geschlossene Runde ein letztes Mal dieses Wochenende in ein Restaurant mit Seesicht, in dem wir in einer gemütlichen Runde die Bergturnfahrt Revue passieren liessen. Die Rückfahrt verlief, wie es sich für eine Rückfahrt gehört, relativ unspektakulär und so erreichten alle wohlbehalten wieder den Bahnhof in Utzenstorf.

Nun fehlt einzig noch der Dank an die beiden jungen Organisatoren, welche uns ein wirklich schönes Wochenende ermöglicht haben: Merci Jungs.

Der zum Berichtschreiben gezwungene Berichtschreiber

Luc