Am 21. + 22. Semptember ging die Aktivriege wieder auf Reisen. Hier findest du den Bericht und einige Impressionen der Bergturnfahrt.

DSC 0884

 

Da Montag und Dienstag für eine Riegenreise sicher nicht die besten Wochentage sind, wurde die Reise trotz anderer Reservationen einen Monat früher durchgeführt.

Wie schon fast traditionell verliessen wir Utzenstorf mit der Bahn in Richtung Oberland. Wobei wir mussten ja über Burgdorf und Bern fahren, sonst hätten wir nicht alle Teilnehmer dabei gehabt. Ein Treffpunkt für alle in Utzenstorf... dies ist in der heuteigen Zeit nicht üblich. Was mich aber auch nicht stört! (Anmerk.d.Red.)

Nach Umstieg in Interlaken Ost und Meiringen fuhren wir mit dem Postauto die Grimselpassstrasse hinauf und unglaublicher weise waren bereits mind. 4-5 leere Flaschen aufgetaucht, trotz der Morgenstunden. Von der Haltestelle Handegg aus, gingen wir zu der Gelmerbahn.

Die Gelmerbahn ist die steilste Standseilbahn von Europa, wahrscheinlich sogar die Steilste im ganzen Universum!
Nur wer ein gültiges Ticket hat, erhält einen der begehrten 24 Sitzplätze pro Fahrt! Und wer unnötig herum-"quäckt" riskiert aus der Bahn geworfen zu werden… und der metrosexuelle Vater sowieso auch!
Wir TurnerInnen vom TVU sind schon ein geselliges und tolerantes Volk... Angegeben sind bei der Bahn 106% Anstieg! Und dies ist sehr sehr steil... Da stellt sich mancher die Frage: warum hat "man" diese Bahn an dieser Stelle errichtet und nicht an einer flacheren Stelle? Dies ist eine der Fragen, welche nicht beantwortet wurde an diesem Wochenende.
Und warum überhaupt eine Bahn dort hochfährt ist eine weitere Frage, denn oben ist nicht sooo viel.
Ein schöner Bergsee, welcher wir sogleich umwanderten. Der Weg um den See herum ist nicht gerade mit einem Trottoir zu vergleichen, aber da "alle" trittfeste Schuhe hatten, war dies auch kein Problem. Nach dem Motto: „Lieber beim Herunterfallen eine tolle Figur in Leggins, als klotzige Schuhe anziehen!“ Beim hinteren Ende des wunderschönen Bergsees, welche Farbe ich als Mann einfach mit Bergseeblau bezeichne, wurde ein Marschhalt gemacht und drei unerschrockene Turner zogen sich umgehend aus für einen erfrischenden Schwumm im etwas kühleren Bergsee. Ja, der See war sehr kalt! Was auch durch die allerseits bekannte Redewendung, betreffend dem Verhältnis zwischen Temperatur und Länge gewissen Extremitäten des Mannes, bestätigt und klar sichtbar wurde, oder eben nicht mehr sichtbar.
Nach der Umrundung des Sees begann gleich der Abstieg Richtung Grimselpassstrasse unterstützt durch urchig und typische Klänge einer Alphorns, oder vielleicht war es auch ein Dudelsack...

Mit dem Postauto ging die Reise weiter über Innertkirchen, Aareschlucht nach"Sherlock Holmes"-City. Endlich durften wir uns zum allersten Mal um die anwesende Wirtschaft kümmern und uns den Gerüchen der (für mich für diese Region untypischen) osmanischen Küche hingeben, welche mit den internen ausgestossenen Körperdüften eine fast „chemische Waffen“ ähnlicher Zustand ergab.
Neu gestärkt reisten wir mit der Bahn unter Zahnrad Unterstützung weiter auf den Brünig und dort direkt zu Fuss in das nahe Naturfreundehaus.

Dort wurden wir "im Oktober" sehr freundlich empfangen und nachdem freie Nachtplätze auch für den September gefunden wurden, ging es darum die 3 Zimmer (2er, 3er und 4er Zimmer) gerecht und sinnvoll aufzuteilen.
Alle Faktoren wie Geschlecht, Methan-Gas Ausstoss, eventueller Schlafgesang und vielleicht auch Sympathie und Antipathie wurden berücksichtigt. Nach der Stützli-Dusche sassen wir alle hungrig am Tisch und hätten einen Monat auf unser Spanisches-Mahl warten müssen. So entschieden wir uns für die schnellere Variante Review-of-the-Week-Spaghetti.
Die folgenden Stunden waren geprägt durch komplizierte Regelgespräche bei „Tschigg“, heftige aber faire Spielregel-Diskussionen bei „Hose abe“, verwirrliche aber lustige Spielerfindungen bei UNO und natürlich dem unglaublichen Zahnstocher-König, unterstützt durch den einen oder anderen Gerstensaft oder lokalen Warmgetränke.

Tagwache/Frühstück um 8:30 Uhr und kurz darauf Abreise mit der nun bereits bekannten Ansage "MBG 5 in 10"! In Lungern interessierten sich die Eingeboren brennend wohin wir wohl gehen, jedoch behielten wir dies typisch schweizerisch für uns und liessen uns nicht in die Karten blicken. Wir besuchten die weltweit einzigartige unterirdische Indoor-300 Meter Schiessanlage.
Da schweiz-weit die Schiessstände seit längerem immer mehr Probleme über Lärmbelästigung und Gefahr hatten, entschieden sich die sonst eher als konservativen und bodenständigen Obwaldner ihren Schiessstand neu im Berg in einem 300 Meter langen Tunnel aufzubauen.
Der Schiessmeister "Ruhendes Händchen" (Name geändert, aber der Redaktion bekannt) zeigte uns die gesamte Anlage und erklärte uns auch die nächsten Aufgaben.
Wir wollten in einem Schiesswettbewerb herausfinden, welche der Turnerinnen und Turner nun die wahren Jäger sind und welche halt weiterhin als „Beeri-Fresser“ bezeichnet werden. Wir machten einen Wettkampf mit dem allseits bekannten "Robin Hood-Stock", der traditionellen "Wilhelm Tell-Schleuder" und dem neuzeitigen "Perfect-Day-Rohr". Der Wettbewerb war sehr selektiv und am Ende wurde ich als komplexester und unumstrittener "Robin Hood" gekrönt und gefeiert.
Natürlich sind die hervorragenden Leistungen von "Little John Max Läng" am Pfeilbogen und dem überraschenden "Blow-King Merlin" am Blasrohr auch zu erwähnen. „Last but not least“ möchte ich noch speziell den Rang 3 erwähnen. In einer doch normalerweise sehr stark männerdominierten Welt, wie in Sherwood Forest, konnte sich Tina durch Spitzenleistungen in Bogen und Armbrust gegen einige Männer durchsetzen. Beim Blasrohr vergab sie leider die Chance auf eine bessere Platzierung und holte den Bronzen-Platz.

Nach dem Champions-Apéro wanderten wir weiter um den Lungernersee nach Kaiserstuhl. Wir waren alle in Höchstform und konnten die geplante Marschtabelle fast halbieren, was uns wiederum eine weitere Lektion im Bereich Wirtschaft in Kaiserstuhl einbrachte. Erst die Zweite!
Von Kaiserstuhl brachte uns der Zug über Olten, the real hard Street Life, zurück ins wunderschöne ländliche ruhige Utzenstorf (Best Place Ever!).
Mit der heutigen Globalisierung endete eine tolle Riegenreise, wie beim Start, nicht wie "früher" mit allen zusammen in Utzenstorf am Bahnhof, sondern bereits in Olten oder Solothurn, wo sich unsere Exil-Turner bereits verabschiedeten. Aber daran werde ich mich noch gewöhnen.

Ich möchte ich noch ganz herzlich bei Mone und Tina für das organisieren dieser super Riegenreise bedanken! Auch allen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass Sie sich die zwei Tage freimachen konnten. Und als letztes an die Leser des Berichtes, welche nun das Gefühl haben nicht alles verstanden zu haben.... INSIDER, kommt doch nächstes Jahr auch mit.... es macht höllisch Spass!

Der einzig wahre Robin Hood vom TV Utzenstorf

Paar Impressionen unserer Reise: